Tipps für Chorleiter und den 1. Vorsitzenden

Wussten Sie schon…….?


Auf den folgenden Seiten finden Sie wertvolle Tipps für Ihre Arbeit als Chorleiter bzw. Vorstandsvorsitzender.
Die nachfolgenden Informationen und Downloads sind für Sie selbstverständlich kostenlos.

 

Die Ehrenamtspauschale

Gemeinnützige Vereine können ehrenamtlich Tätigen (Mitgliedern oder Nicht-Mitgliedern), für Tätigkeiten, die der Förderung des Vereinszwecks dienen, eine Aufwandsentschädigung in Form der Ehrenamtspauschale zahlen. Die Pauschale kann vom Verein in Höhe von maximal 500 Euro pro Jahr geleistet werden.

Vorteil für den Verein: Der Verein braucht für diesen Betrag keine zusätzlichen Sozialversicherungsbeiträge oder Lohnsteuern abzuführen.


Vorteil für den ehrenamtlich Tätigen: Die Ehrenamtspauschale ist ein Steuerfreibetrag, d.h. bis zu einem Betrag von 500 Euro ist diese „Vergütung“ steuer- und sozialversicherungsfrei. Erhält der ehrenamtlich Tätige mehr als 500 Euro im Jahr, ist nur der Mehrbetrag zu versteuern.

Beispiel: Ein Kassenwart erhält für die Übernahme der Vereinsbuchhaltung vom Verein eine Pauschale von 600 Euro im Jahr. Hiervon sind 500 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei. Für 100 Euro sind Einkommensteuer und ggfs. Sozialabgaben zu entrichten.

Der Kassenwart kann auch für mehrere Vereine tätig sein und von diesen jeweils eine Aufwandsvergütung erhalten. Beispiel: Chor A zahlt für die Übernahme der Buchhaltung eine jährliche Vergütung von 300 Euro, der Sportverein B zahlt 600 Euro und der Ruderclub C zahlt 300 Euro, dann errechnet sich der zu versteuernde Betrag aus der Summe der Vergütungen abzüglich der Ehrenamtspauschale von 500 Euro.

Beispielsrechnung:
Einnahmen: 300 € + 600 € + 300 € = 1200 €
Zu versteuernder Betrag: 1200 € Einnahmen - 500 € Ehrenamtspauschale = 700 €

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Eine Ehrenamtspauschale kann gezahlt werden

  • von gemeinnützigen Vereinen
  • einmal im Jahr maximal 500 Euro
  • an alle ehrenamtlich Tätigen (auch Nicht-Vereinsmitglieder), die
       a) die Tätigkeit nebenberuflich ausüben (=nicht mehr als ein Drittel der Arbeitszeit eines Vollerwerbs) und
       b) die ehrenamtliche Tätigkeit muss (zumindest mittelbar) dem gemeinnützig  anerkannten Satzungszweck dienen.
  • Die Vereinsatzung muss die Zahlung einer Ehrenamtspauschale ausdrücklich zulassen!
    Achtung! Bei gemeinnützigen Vereinen enthält die Satzung oftmals eine Regelung, wonach Vereinsmitglieder ehrenamtlich oder unentgeltlich für den Verein tätig sein müssen. In diesem Fall ist die Zahlung einer Ehrenamtspauschale für ehrenamtlich tätige Vereinsmitglieder (z.B. Vorstandsmitglieder) ausgeschlossen. Hier müsste erst eine Satzungsänderung herbeigeführt werden, die die Zahlung einer Ehrenamtspauschale ausdrücklich erlaubt.
    Bei Nicht-Mitgliedern, die vom Verein mit der Übernahme von Vereinsaufgaben beauftragt werden (z.B. der Chorleiter, Buchhalter oder die Putzfrau, die das Vereinsheim putzt) liegt es in der Hand des Vereins, wie er die Beauftragung und insbesondere die Bezahlung regelt. Hier darf eine Ehrenamtspauschale gezahlt werden, soweit die Satzung keine Regelung über einen generellen Ausschluss enthält.

 

Welche Leistungen dürfen zusätzlich zur Ehrenamtspauschale erbracht werden?

  • Aufwendungsersatz
    Neben der Ehrenamtspauschale kann der Verein dem Vereinsmitglied einen steuerfreien Ersatz von tatsächlich entstandenen Aufwendungen (z.B. Reisekosten, Telefonkosten, Portokosten u.ä.) zahlen, die im Rahmen der Tätigkeit für den Verein entstanden sind und von ihm nachgewiesen werden können.
  • Übungsleiterpauschale
    Die sog. Übungsleiterpauschale, ein Steuerfreibetrag in Höhe von 2100 Euro/Jahr für bestimmte ehrenamtliche Tätigkeiten für eine gemeinnützige Einrichtung kann zusätzlich zur Ehrenamtspauschale in Anspruch genommen werden, soweit es sich um verschiedene Tätigkeiten für die gleiche oder eine andere Organisation handelt.
    Mehr hierzu siehe unter Übungsleiterpauschale.

 

Tipp: Steuern sparen durch eine Rückspende

Es spricht auch nichts dagegen, wenn ein Ehrenamtler die Pauschale von 500 Euro für Ihre Vereinstätigkeit erhält und diese anschließend wieder – gegen Spendenquittung – an den Verein zurück spendet.


Eine Rückspende an den Verein ist nur unter folgenden Voraussetzung zulässig:

  • Der Anspruch des ehrenamtlich Tätigen auf Zahlung einer pauschalen Aufwandsentschädigung muss durch besondere Vereinbarung begründet sein.
  • Der Verein muss zur Zahlung der vereinbarten Pauschale in der Lage sein.
  • Die Spende muss freiwillig sein (kein vertraglicher Zwang). Es reicht aus, wenn das Mitglied auf die Auszahlung durch ausdrückliche schriftliche Erklärung verzichtet.
  • Der Verein muss eine Spendenquittung ausstellen
    Achtung: Obwohl es sich um eine Geldzuwendung handelt, sollte der amtliche Vordruck der Spendenbestätigung abgeändert und folgender Satz aufgeführt sein: „ es handelt sich um den Verzicht auf Erstattung von Aufwendungen..“


Rechenbeispiel für eine Rückspende:
Vorteil für den Verein:
  Ehrenamtspauschale           - 500 Euro
                                       Rückspende                         500 Euro
                                       Liquiditätsabfluss                      0 Euro   
    
Vorteil für den ehrenamtlich Tätigen:
Aufwandsentschädigung                         500 Euro
Abzugsfähige Spende                          -  500 Euro
daraus Steuererstattung*                       222 Euro
bei 42 % Steuersatz und 5 % Soli

Die sog. Übungsleiterpauschale

Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten für eine gemeinnützige Einrichtung als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder vergleichbaren nebenberuflichen Tätigkeiten, wie z.B. Chorleiter sind seit dem 01.01.2013 bis zu einer Höhe von 2400 Euro/Jahr steuerfrei.

Der Freibetrag kann von jeder Person nur einmal im Kalenderjahr genutzt werden, auch falls mehrere einschlägige Tätigkeiten bei verschiedenen Auftraggebern ausgeübt werden. In diesem Fall muss sich der Auftraggeber schriftlich bestätigen lassen, dass der pauschale Betrag noch nicht oder noch nicht voll ausgeschöpft wurde.

Eine oft gestellte Frage: Darf die Übungsleiterpauschale zusätzlich zur Ehrenamtspauschale gewährt werden?
Eine Kombination von Ehrenamtspauschale und Übungsleiterpauschale ist nach Auffassung des Bundesfinanzministeriums zulässig, wenn die Pauschalen für unterschiedliche Tätigkeiten für die gleiche oder eine andere gemeinnützige Einrichtung gezahlt wurden.


Beispiel: Herr Schmitz ist zweiter Vorsitzender des Vereins und ist gleichzeitig als Chorleiter für den Verein tätig. Für seine ehrenamtliche Tätigkeit als stellvertretender Vorsitzender erhält er eine Ehrenamtspauschale und für seine Chorleitertätigkeit kann der ihm eine Übungsleiterpauschale zahlen.

Voraussetzung hierfür ist:

  • Ausübung einer gemeinnützigen und nebenberuflichen Tätigkeit für eine gemeinnützige Einrichtung
  • Die Tätigkeiten werden voneinander getrennt ausgeübt
  • Für jede Tätigkeit ist eine gesonderte vertragliche Vereinbarung mit einer Regelung über die jeweilige Vergütung zu treffen.